Allegro-NG - Übersicht

Allegro "Next Generation": Zielstellung und Übergang zu neuen Technologien

Das seit 1980 existierende Allegro-C, entwickelt von Bernhard Eversberg an der TU Braunschweig, kann man im Bereich der Bibliotheksprogramme schon als "legendär" bezeichnen.


Die erstaunliche Lebensdauer dieser Software ist unter anderem durch folgende Merkmale zu erklären, die bei konkurrierender Software nicht in dem Maße zu finden sind:

 

  • alle Ein- und Ausgabevorgänge sind scriptgesteuert. Mit der ab ca. 1995 neu hinzugekommenen Flex-Scriptsprache wurde auch die Interaktion mit dem Bediener verbessert.
  • Diese Scripte können durch die Anwender selbst modifiziert oder erstellt werden - was einerseits Unabhängigkeit, andererseits eine gewaltige Flexibilität ermöglicht.
  • Die Sprache der Scripte ist so einfach, dass sie auch ein Nicht-Programmierspezialist versteht und ermöglicht es trotzdem, relativ komplexe Anwendungen zu erstellen.

 

So entstanden unter Allegro-C fein auf die jeweilige Bibliothek abgestimmte Lösungen, die mit anderer Bibliothekssoftware "von der Stange" so nicht möglich waren oder mehrere Größenordnungen teurer gewesen wären.

 

Man könnte Allegro somit fast mit einem  "SAP für Bibliotheken" vergleichen.

 

Mit dem sich immer schneller vollziehenden Wandel der Software-Technologien wurden jedoch Schwachstellen unübersehbar:

 

  • Die Verwendung anderer als 8bit-Zeichensätze läßt sich mit Allegro (2016: V36) nur unkomfortabel umsetzen.
  • Die zugrundeliegende Datenbank ist eine File-Datenbank, auf deren Datensätze u.a. über einen B-Tree-Index zugegriffen wird (so ähnlich funktioniert auch das bekanntere dBase). Diese Datenbank ist, insbesondere in Mehrnutzer-Umgebungen, nicht mehr Stand der Technik und kollidiert mit modernen Netzwerkarchitekturen.

 

Da Herr Eversberg, der Entwickler von Allegro-C, seit 2016 im Ruhestand ist und die Entwicklung an der TU Braunschweig nicht weitergeführt wird, haben wir uns entschlossen, das "Allegro-Prinzip" weiterzuentwickeln, indem das bewährte Konzept der Anpassbarkeit über Anwerderscripte mit moderner Datenbanktechnologie, Softwarestruktur und Bedienphilosophie verbunden wird.

 

Zur Minimierung des Aufwands soll die Umstellung in vier Schritten erfolgen:

 

  1. Eine neue Bedienoberfläche auf HTML-Basis unter Nutzung des aktuellen avanti/acon wird geschaffen - vorerst ohne Änderung in der grundlegenden Datenbank-Struktur
  2. Einführung einer neuen Scriptsprache, die
    • UTF8 als Zeichensatz benutzt,
    • die Trennung von Anwendungs- und geschützten System-Scripten ermöglicht,
    • die Funktion aller von a99 bekannten Scriptsprachen übernimmt und
    • die weiterhin einfach zu erlernen, dabei regulärer und moderner ist.
  3. Umstellung der Geschäftslogik auf die neue Scriptsprache
  4. Umstellung auf eine SQL-Datenbank

 

Während der Umsetzung der Schritte 1 - 3 kann a99 parallel noch weitergenutzt werden, was einen fließenden, störungsarmen Übergang ermöglichen sollte.